An der besten Stelle, auf einem kleinen Hügel des ohnehin schon hohen Ufers, wurde ein nationales Denkmal errichtet, das von einer kolossalen Statue Germania gekrönt wird. Vor dem Niederwalddenkmal zu stehen, ist schon aufgrund der schieren Größe beeindruckend. Die gesamte Anlage ragt 38,18 Meter in die Höhe und wiegt in der Gesamtheit etwa 75 Tonnen. Der auffälligste und gleichzeitig größte Teil ist die auf den oberen Sockel gestellte und weithin sichtbare Germania. Sie bringt es allein auf 12,5 Meter Höhe und ein Gewicht von rund 32 Tonnen. 

Diese Statue ist in Bronze gegossen, ruht mit einer Hand auf einem Schwert und hält mit der anderen erhoben die deutsche Kaiserkrone. Die Bekleidung der Germania ist gespickt mit als für die deutsche Kultur typisch geltenden Symbolen. Auf dem Kopf trägt sie einen Kranz aus Eichenlaub, während das Gewand mit typischen Tieren aus der Mythen- und Sagenwelt geschmückt ist. Zu sehen sind unter anderem Adler, Hirsche, Raben und Drachen. Auf der Brust trägt sie darüber hinaus den Reichsadler als unverkennbares Zeichen des Deutschen Reichs.

Unter der Statue ist eine Bronzetafel angebracht, auf der in riesigen Lettern zu lesen ist: „Zum Andenken an die einmütige siegreiche Erhebung des deutschen Volkes und an die Wiederaufrichtung des Deutschen Reiches 1870 – 1871“. Unter, auf dem sich erweiternden Teil des Sockels, befinden sich: ein Eisernes Kreuz, ein riesiger Adler und die Wappen aller deutschen Bundesländer, darunter Relieftafeln aus Bronze. Auf der Vorderseite die Hauptfiguren des Krieges von 1870/71, nämlich: in der Mitte Kaiser Wilhelm zu Pferd, in Marschuniform und mit Eisernem Kreuz auf der Brust, erhalten 1813. In der Nähe des Kaisers: Bismarck in Kürassieruniform und mit einer Pergamentrolle, auf der eine Kriegserklärung steht, dann Moltke mit einer Karte in der Hand, gefolgt von den Figuren aller damaligen Könige und Herzöge Deutschlands, um die sich Kommandeure und Feldherren gruppieren. Im Hintergrund stechen Vertreter einfacher Soldaten hervor: ein preußischer Artillerist mit Kanone, ein hessischer Jäger, ein Pionier, ein badischer Dragoner zu Pferd, Fußsoldaten, Husaren, Ulanen und sogar ein ganzer Ponton Park. Alle gezeigten Personen sind in Lebensgröße dargestellt. Unter dieser Tafel ist der Text des berühmten Liedes „Die Wacht am Rhein“ in Granit eingraviert.

Links und rechts des Hauptreliefs stehen zwei weitere Figuren, die Krieg und Frieden symbolisieren sollen. Die auf der linken, in Richtung Frankreich deutenden Seite stehende Figur ist ein geflügelter Genius, der im antiken Rom als Schutzgeist galt. Mit seiner linken Hand bläst er eine Posaune, in der rechten liegt ein Schwert. Dass dieses nicht erhoben, sondern gesenkt ist, wird als Zeichen des Sieges interpretiert. Der Frieden wird durch einen auf der rechten, deutschen Seite platzierten Engel symbolisiert. Seine Attribute sind ein Füllhorn und ein Ölzweig, die man seit Jahrhunderten als Zeichen für Wohlstand und Frieden versteht.

Auf den Seitenwänden des Sockels werden sehr berührende Szenen dargestellt: links – Trennung, rechts – Nachkriegsdaten. Auf der linken Tafel sind abgebildet: ein Sohn in Gestalt eines bayerischen Kavalleristen, der sich von seinen Eltern und seiner Familie verabschiedet; der jüngere Bruder wird so dargestellt, als ob er seinen Vater bittet, ihn mit dem älteren gehen zu lassen. Die Figuren und Gesichtsausdrücke sind beeindruckend; berührt sogar den Ausdruck eines Hundes, der den Beginn einer langen Trennung spürt. In der Mitte ein preußischer Infanterist – der Bräutigam verabschiedet sich von der Braut; sie lehnte ihren Kopf an seine Schulter und schluchzte. Auf der gleichen Tafel ist auch ein Landwehrmann dargestellt, der zu den Matrosen gebracht wird: Hier verabschiedet sich der Vater von seiner Frau und seinen Kindern. So sind auf dieser Tafel Szenen der Trennung von Sohn, Bräutigam und Vater in drei getrennten Gruppen dargestellt.

Dementsprechend sind auf der anderen Seitentafel Szenen eines Datums nach der Rückkehr von einer Wanderung zu sehen. Die Eltern freuen sich über ihren Sohn, der mit Orden geschmückt und im harten Militärdienst gereift ist; rundherum – Kinder hüpfen vor Freude; der Bräutigam umarmt seine Braut und schaut in den Himmel, beide weinen vor Gefühlsüberflutung; schließlich schaffte es auch der Landwehr ist, sicher zu dienen und zu seiner Familie zurückzukehren.

Am Sockel des Denkmals steht das letzte wichtige Element des Denkmals: Hier ist dargestellt, wie „Vater Rhein“ ein Wächterhorn an Tochter „Mosel“ übergibt. Damit wird auf die im Zuge des Krieges 1870 und 1871 gemachten Eroberungen angespielt, durch die der Rhein vom Grenzfluss zu einem innerdeutschen Fluss geworden war.

Die Aussicht von oben ist wirklich grandios und gilt als die beste Deutschlands. Unter Ihren Füßen liegt eine wunderschöne Rheinschleife mit vielen Inseln. Außerdem überquerten hier die Deutschen 1870 zum ersten Mal den Rhein, und hier sah der neue deutsche Kaiser Wilhelm I. nach der Rückkehr aus einem siegreichen Krieg zum ersten Mal den Rhein.

Die allgemeine Idee und der Standort des Denkmals können nur als erfolgreich bezeichnet werden. Dies ist wirklich ein Denkmal für die Erinnerung an die Gefallenen, als Belohnung für die Lebenden und als Erbauung für die Nachwelt. Das Denkmal wurde am 16. September 1877 gegründet und am 28. September 1883 in Anwesenheit von Kaiser, Königen, Fürsten, Herzögen und Vertretern ganz Deutschlands eröffnet.

Galerie

Autor von Text und Foto, Evgeniy Bierich

Foto-Equipment:

Lumix S1R

Sigma Art 105mm DG DN Macro

Sigma Art 14-24mm DG DN 

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Kategorien: Der RheinWelterbetal

Evgeniy Bierich

Gründer von K24Wi Studio. Fotograf, Autor mehrerer Artikel.

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